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 Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist

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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Mo Jan 26, 2015 1:17 pm

Du Arsch :0
Nein Very Happy Da war ich mir tatsächlich auch nicht ganz sicher. Jetzt weiß ich, wie ich es umschreibe und noch ein bisschen besser mache Very Happy

Der Schmerz wird stärker. Mein Kopf dröhnt. Schwarze Flecken tanzen vor meinen Augen.
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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   So Feb 01, 2015 5:25 pm

Vorerst muss ich sagen, dass es aus einer anderen Sicht geschrieben ist. Nämlich aus der Sicht von Nash.

Ich halte ihre Hand. Das habe ich schon die ganze Nacht getan. Ich bin eingeschlafen.
Ich würde ihr gerne so viele Dinge sagen. Dass alles gut wird. Dass es schnell vorübergeht. Dass es keine Folgen tragen wird.
Aber es gibt nur eine Sache, die ich sagen kann, ohne zu lügen.
„Tag 37“, wispert meine raue Stimme, „ich liebe dich.“
Sie liegt vor mir. Seit über einem Monat. Die blonden Locken fallen über ihre Schulter. Das feine Gesicht liegt entspannt auf dem Kissen. Der dünne Mund ein lockerer Strich, die haselnussbraunen Augen geschlossen. Ihre blasse Hand in meiner. Wie Dornröschen. Nur kann ich sie nicht mit einem Kuss heilen. Kann sie nicht wachküssen. Bin nicht ihr Prinz. Ich bin nichts.
Ich streiche eine Locke aus ihrer Stirn und lege meine warmen Lippen auf ihre kühlen. Ihr ganzer Körper ist kühl und ich spüre, dass ihr Geist immer schwächer wird.
„Wir suchen nach einer Lösung. Wir holen dich da raus.“
„Nash.“
Ich drehe mich um. Mein Cousin steht an der Tür und blickt mich an.
„Essen. Mittag. Abend. Das heutige Frühstück. Keine Widerrede.“
Seufzend erhebe ich mich und lasse ihre Hand los, die warm geworden ist, weil sie die ganze Nacht in meiner ruhte. Ich gehe zur Tür und sehe in das Gesicht meines Cousins. Locker steht er vor mir, die Rand am Türrahmen, sodass ich nicht an ihm vorbeikomme.
„Es wird nicht besser“, sagt er, „Es tut nur mehr weh. Immer mehr. Tag für Tag.“
Ich sehe in sein stahlgraues Auge. Mein Blick folgt seinem toten Auge, zieht sich über seine Wange bis hin zu seinem Mundwinkel.
„Lass mich das meine Sorge sein“, knurre ich.
Er sieht mich an mit seinem intensiven Blick. Fesselt mich. Sieht in mich hinein. Findet eine Dornenhecke. Sie bewacht meine Gedanken. Mein Schloss. Dornröschen.
„Nash. Ich kenne dich, seit du neun Jahre alt bist und glaub mir, langsam weiß ich, dass du Menschen nicht aufgibst …“
„Dann lass mich einfach in Ruhe“, ich unterbreche ihn, will ihn zur Seite schieben und scheitere. Mein Cousin ist ein Stier. Ein Brocken. Unbeweglich. Stur.
Ich will nicht das hören, was ich schon mein ganzes Leben vorgesetzt bekomme.
„Ich bin noch nicht fertig“, seine Stimme und seine Miene bleiben ausdruckslos, „Du darfst die Gefühle nicht Herr über dich werden. Sonst bist du schwach. Sonst bekommen sie deine tiefsten Gedanken zu fassen und dann bist du nichts mehr. Dann bist du wie deine Mutter.“
In meinem Magen bildet sich ein Eisklumpen. Meine Nervenbahnen frieren ein, kochen hoch. Wenn diese Worte jemand anderes ausgesprochen hätte, würde ich ihm eine reinhauen.
Stattdessen frage ich mit zusammengebissenen Zähnen: „So wie sie Liv zerstören?“
„Liv ist, was das anbetrifft, stärker als du.“
Wir starren uns an. Unsere Blicke sprühen Funken. Grauer Sturm trifft auf blaues, aufgekratztes Meer.
„Schön, dass wir das geklärt hätten.“
Er lässt seine Hand wieder hängen. Lässt mich vorbei. Ich bleibe stehen.
„Es kann nicht jeder so ein Brocken Marmor sein wie du, Al“, sage ich und schiebe mich an ihm vorbei. Den Gang entlang. Zum Speisesaal. Ich bin nicht hungrig. Fühle mich nur leer, aufgewühlt. Mein Magen ist gesättigt mit Steinen und Eisbrocken.
Liv wird sterben. Sie ist bereits tot.
Ich setze mich und mache nichts, außer nachzudenken. Nehme nichts wahr, außer meine eigenen, überhitzten Gedanken.
Seit 37 Tagen suchen wir nach einer Lösung. Nach 37 Tagen haben wir noch immer keine Spur gefunden. Nicht mal den Hauch einer Idee, wo sie ist und wie man sie befreien kann. Seit 37 Tagen fühle ich Kälte, Schmerz, Leere. Bemerke die Blicke von Al. Die von Deniel.
Ich weiß, dass Al Recht hat. Und dass macht mich wütend. Ich sollte meinen Aufgaben nachgehen. Der Rebellion helfen. Kämpfen. Stattdessen sitze ich hier und tue nichts. Außer trauern. Ich muss weiter gehen. Nach vorne sehen. Schritt für Schritt. Und doch stirbt meine Hoffnung nicht. Sie wird bloß stärker. Sie stirbt zuletzt. Nach Liv.
Seit 37 Tagen, als ich sie morgens bewusstlos im Badezimmer fand, hat sich ihr Zustand nicht verändert. Kein schwächerer oder schnellerer Herzschlag, keine Bewegungen und doch keine künstliche Beatmung. Nur eine Magensonde, die sie mit Essen versorgt. Sie scheint zu schlafen und ist doch wie eine Leiche. Kalt. Bewegungslos.
Wir wissen nicht, was sie mit ihr machen, denn unsere Messungen ergeben keinen Aufschluss über sie. Wir spüren keine Angst, Wut, Hilflosigkeit oder Schmerz in ihr. Nur Leere. Ihre Ketten sind dick. Vielleicht riskieren sie dich Folter nicht, weil sie die Ketten dann öffnen müssen. Vielleicht haben sie neue Methoden der Folter gefunden.
„Al wollte mit dir reden.“
Ich blicke auf und sehe Deniel. Schwarze Haare, schwarze Augen. Muskelshirt. Er hat sich einen leichten Bart wachsen lassen und wirkt so noch älter. Noch müder.
„Hat er.“
„Du weißt, wie er manchmal ist.“
„Hmm.“
Deniel rauft sich die Haare und schiebt mir einen Pfannkuchen mit Ahornsirup unter die Nase. Ich beginne zu essen. Aber nur, weil meine Hände zittern und mein Magen fleht.
„Nahrungsverweigerung hilft niemandem. So siehst du sie nicht eher wieder.“
Wenn sie stirbt und ich sterbe ….
„Vergiss es, kleiner Bruder. Niemand stirbt hier. Vor allem du nicht.“
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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Di Feb 03, 2015 6:26 pm

Okay, es hat zwar noch niemand was dazu gesagt, ich hab aber mittlerweile 17 Seiten geschrieben, was schon fast ein Rekord ist ... Falls wer eine Meinung hat, kann er sie mir gerne mitteilen Very Happy

Ich sehe stumm das goldene Sirup an. Wie Blut fließt es über den braunen Teig. Mir wird schlecht.
Deniel mustert mich: „Du kannst mir ruhig erzählen, was Al dir gesagt hat. Du weißt, er ist gut darin, andere Leute durch seine Worte zu verletzen. Empathie ist für ihn ein Fremdwort.“
Ich seufze, schiebe den Teller von mir, will aufstehen, bleibe sitzen, beginne zu erzählen: „Er hat gesagt, ich werde wie Mom. Zeige zu viele Gefühle. Sie werden Freude haben, mich zu foltern, weil sie es leichthaben.“
Deniel schweigt. Sieht mich an.
„Du weißt, dass er Recht hat“, er klingt vorsichtig und doch bestimmt.
Ich nicke: „Ist es denn so falsch, so zu sein wie Mom? Soll ich lieber so werden wie mein Vater?“
„Du solltest dir kein Vorbild in deiner Familie suchen ….“
„Außer Al.“
„Stimmt. Ihm würde das gefallen“, Deniel lacht und ich lasse mich anstecken. Für einige Herzschläge lache ich. Fühle mich frei. Doch bald stirbt mein Lachen wieder und sein Platz füllt sich mit Trauer.
Er sieht mich an: „Du solltest deine eigenen Gefühle entwickeln und nicht so werden wie deine Mutter.“
„Aber ich bin wie sie, Deniel. Und daran kann ich nichts ändern.“
Mein Cousin sieht mich an. Stößt den Teller wieder in meine Richtung. Steht auf: „Ich glaube, du hast genug zu bedenken und ich will dich nicht einschränken oder bedrängen.“
Ich nicke lahm. Greife zu Messer und Gabel. Er geht.
Meine Mom starb vor zwölf Jahren bei einem Autounfall. Nachdem sie monatelang ihre Foltermethoden an ihr getestet haben. Das hatte ich nicht gewusst. Ich hatte es zufällig erfahren. Mit Liv zusammen nachgeforscht. Mom fuhr nicht und trotzdem starb sie. Die Zerstörer gaben dem Fahrer den Rest. Es war im Herbst vor meinem fünften Geburtstag. Mein Vater gab mir die Schuld. Er gab mir immer die Schuld.
Ich stehe auf und lasse den Teller stehen. Verlasse den Speisesaal. Höre ihre Schreie.
Sie hallen über den Gang. Treffen mich wie kalte Schläge.
Ich renne, bevor ich es realisiert habe. Ich erkenne Livs Stimme. Jeder Schritt scheint mich nicht vorwärts zu bringen. Als würde ich versuchen, aus Treibsand zu entkommen, um ihr zu helfen. Als würde ich gegen den Wind rennen. Dann gelange ich an die Tür. Meine Nerven sind taub. Im Raum sehe ich zwei Schwestern, einen Arzt.
Liv tobt. Ihr Körper zuckt, wirft sich hin und her. Sie schreit. Ihre wunderschönen Augen sind aufgerissen. Das Gesicht eine Maske voll Schmerz. Al ist im Raum. Ich bemerke ihn erst jetzt. Er hält ihre Handgelenke fest. Schützt sie vor sich selbst. Ihr Gesicht zeigt blutige Spuren.
Ich stehe an der Tür. Unfähig, mich zu rühren. Al findet kurz meinen Blick. Sein sonst kühles Gesicht ist angespannt.
Liv schreit und kämpft, bis der Arzt ihr eine Infusion gegeben hat. Dann wird sie schwächer. Ihre Schreie werden lautlos. Sie sieht aus, als würde sie sterben. Ich wende mich ab.
Endlose Sekunden vergehen, ehe die Tür geöffnet wird. Ich drehe mich um. Will hineingehen. Al hält mich zurück.
„Geh da nicht rein“, sagt er. Seine Stimme klingt ruhig.
„Lass mich vorbei“, meine Stimme klingt angespannt. Geladen mit 5000 Volt.
„Hör zu ….“
Ich ignoriere ihn, packe seine Arme. Versuche, gegen sein Schienbein zu treten. Er windet sich aus meinem Griff, holt aus. Ich springe zur Seite, seine Faust schlägt ins Leere. Im selben Moment spüre ich, wie sein Knie meinen Magen trifft. Ich krümme mich zusammen. Ringe nach Luft. Er packt meine Schultern. Schiebt mich rückwärts. Meine Faust schnellt nach oben. Sein Kiefer knackt. Er zuckt zusammen. Ich stoße ihn beiseite, springe vor, reiße die Tür auf.
Liv liegt auf dem Bett. Ihr Herz rast. Schnelle, helle Töne, die in meinen Ohren schmerzen. Wenn ich nach ihren Gedanken suche, trifft mich eine Welle aus Schmerz, Verwirrung, Angst. Sie scheint neben mir zu stehen und zu schreien: „LASS MICH STERBEN!“
Der Arzt ist damit beschäftigt, ihre Arme und Beine mit Ledergurten am Bett zu befestigen. Sie zuckt noch immer. Versucht, sich zu befreien. In ihrem Gesicht vermischen sich blutige Kratzer mit salzigen Tränen.
Nach 37 Tagen ist Liv erwacht.
Mir ist schlecht.
Ich drehe mich um.
Ignoriere die Tatsache, dass Al nicht mehr vor dem Raum ist.
Gehe weg.
Ich will einfach nur weg.
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Milkakuh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Di Feb 03, 2015 6:36 pm

Oh man, du kannst wirklich wirklich gut schreiben!
Und die Geschichte an sich ist ebenfalls wirklich gut und echt spannend!
Gefällt mir wirklich gut Smile
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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Do Feb 12, 2015 6:48 pm

Danke, Milka Smile Schön, dass es dir/euch gefällt Wink
Hier kommt nochmal ein wenig. Momentan schreibe ich nicht, weil ich an einer Stelle angekommen bin, an der ich irgendwie nicht weiter weiß  Rolling Eyes

„Ich wollte dich warnen“, Al setzt sich neben mich auf mein Bett.
Ich starre meine Tapete an. Drehe Däumchen. Meine Hände sind schweißnass. Er sagt nichts mehr. Sitzt einfach nur neben mir. Der Idiot. Ich riskiere einen Blick und sehe eine blaue Schwellung unter seinem Kinn. Gebrochen scheint nichts. Dafür habe ich auch zu schwach geschlagen. Nicht, dass ich nur sanft sein Kinn gestreichelt habe, aber in meinem Schlag steckt normalerweise viel mehr Energie.
„Ich verstehe, dass du sauer bist. Mal ehrlich. Jeder ist sauer auf mich. Irgendwie“, er zuckt mit den Schultern, lässt seine Fingergelenke knacken.
„Du hattest schon Recht“, sage ich lahm.
Der Anblick hat etwas in mir zerstört ….
„Ich dachte immer, sie kommt da raus. Ohne Folgen. Verstehst du?“, fahre ich langsam fort, „ich dachte immer, sie können sie nicht knacken. Dass Liv es übersteht. Aber sie ist … nicht sie selbst.“
Al starrt mich an, lacht. Der Bastard lacht. Meine Fäusten jucken. Ich will ihm ein hübsches Veilchen verpassen.
Nach wenigen Momenten wird er wieder ernst und sieht mich an: „Sie ist nicht wach.“
„Wie meinst du das?“
„Wie ich es gesagt habe. Sie ist nicht wach. Teile ihres Geistes erreichen jetzt aber ihren Körper. Sie muss sich so weit befreit haben. Ich dachte, du wüsstest das, allmächtiger Illusionateur.“
Ich ignoriere seinen Sarkasmus. Sehe ihn von der Seite an. Seine Gesichtszüge sind klar. Als wären sie in Stein gemeißelt.
„Du meinst … nach 37 Tagen, hat sie sich so weit befreit, dass wir ihre Reaktionen sehen auf die“, ich schlucke, weil das Wort in meinem Hals stecken bleibt und krächze leise, „Folter.“
Er nickt. Ich verstehe. Es ist nicht viel. Es ist fast gar nichts. Wenn ihr Geist so lange kämpfen muss, dann ist er entweder sehr schwach – was bei Liv ganz und gar nicht der Fall ist – oder die Fesseln sind enorm stark.
„Das Gute ist“, Al steht auf, „wir haben jetzt den Ansatz einer Spur. Und jetzt komm mit. Deniel und der Rat wollen dich sprechen. Du bist gewissermaßen ihr Vormund nach der Sache mit ihrer Mutter. Du sollst entscheiden.“
Ich nicke. Bleibe sitzen.

Wir haben den Ansatz einer Spur … sie wird gefoltert … sie ist so gut wie tot.
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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Sa Apr 25, 2015 10:40 pm

Ich hatte Langeweile und hab was geschrieben, das einem Anfang ähnelt. Wird vermutlich eh nix, aber ich finde ihn ganz gut gelungen Very Happy

Das Gras unter seinen Stiefeln wurde zu Eis und zersplitterte in tausende Sternenstücke. Am nachtschwarzen Himmel stand der Mond. Hell und klar. Auf den Mond kann man sich verlassen. Man kann voraussehen, wie er sich verändert.
Ich blickte in seine dunklen Augen. Die Kapuze seines Ledermantels hing tief in seiner Stirn und ein schwarzer Stofffetzen verdeckte seinen Mund. Er trug dünne schwarze Handschuhe, um die Narben auf seinen Händen zu verstecken. An seinen Rücken geschnallt hing sein Schwert. Eine einfache Waffe mit pechschwarzer Klinge.
„Du bist spät dran“, bemerkte ich. Meine Stimme war gesenkt. Ich fror in der scharfen Luft.
„Es gab … Komplikationen“, erwiderte mein Gegenüber und wir musterten uns kurz.
Dann folgten wir Seite an Seite einem unsichtbaren Weg, den wir so gut kannten wie unsere falschen Gefühle. Wir hatten keine Gefühle. Wir zeigten keine Gefühle. Wir waren Stahl. Wir waren Eis. Glatt. Unberechenbar.
Wir kannten den Weg durch den Wald, den Hügelkamm hinauf und wieder hinunter. Durch die dunklen Straßen der Stadt. In die Bar. Wir nahmen einen Auftrag. Erledigten ihn. Teilten das Geld und gingen wieder unserer Wege. Er war der perfekte Partner. Wir hatten zusammen trainiert. Denselben Meister gehabt. Seit zehn Jahren arbeiteten wir zusammen. Dann wurde ich verheiratet. Nachts waren wir eine andere Person. Nachts waren wir dieselbe Person. Unsere Schritte waren gleichlang, unsere Blicke gleich scharf, unsere Fähigkeiten absolut tödlich.
Im Wald war es heute gespenstisch still. Keine murmelnden Bäche, keine singenden Baumwipfel und keine flinken Bewegungen kleiner Tiere.
„Wir können gehen“, sagte er. Wie jede Nacht.
„Weißt du, Stargate? Gehen und nie mehr wiederkommen. Gehen und leben“, er blickte mich nicht an. Ich verzog keine Miene. Mein Herz riss auf. Blutete. Wie jede Nacht.
„Ich habe Verpflichtungen“, hauchte ich leiser als ein Windstoß. Er kannte meine Antwort. Und ich seine.
„Ich liebe dich.“
Wie tauschten keinen Blick. Er berührte weder meine Hand noch meine Wange und doch spürte ich seine Lippen auf meinen. So wie vor einem Jahr. Bevor es kompliziert wurde.
Der Wald lichtete sich. Ich hörte ein Knacken und sah ein Reh davon springen. Geräusche waren beinahe erlösend.
„Wir haben genug Geld. Wir hätten schnell ein Transportmittel.“
Ich ließ ihn reden. Mehr tat ich nicht. Ich ließ ihn reden, bis wir den Hügelkamm überquert hatten. Dann verstummte er.

So wie jede Nacht.
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Floh
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Do Mai 14, 2015 11:57 am

Also, ich hab mal wieder ein wenig geschrieben. Vielleicht schreibe ich weiter. Ich hätte zumindest Lust darauf, mal leichte Lektüre auf Wattpad zu veröffentlichen und wollte vorher mal eure Meinung hören. Es ist wie gesagt leichte Lektüre und keine Geschichte, die monatelange Planung braucht.
Es geht um Lisanne, die auf einem bekannten Hof eine Ausbildung zur Bereiterin macht. Mit dem Hofbesitzer, dessen Tochter und dem Macho Adrien versteht sie sich nicht sonderlich gut, aber sie will die Ausbildung durchziehen, bis ihr eine Straftat in die Schuhe geschoben wird.

KAPITEL 1-1
Der Geruch von frisch eingefettetem Leder, Stroh und Pferdehaar liegt in der Luft. Nightmares Hufe klappern, als ich ihn auf die Stallgasse führe. Der Rapphengst kaut ein wenig Heu und blickt mich freundlich an. Ich nehme ihm die Stalldecke ab. Sein rabenschwarzes Fell sieht durch die Decke etwas unordentlich aus, aber wenigstens ist es sauber. Die Mähne ist noch immer sauber eingeflochten, bis auf einige gelöste Strähnen direkt am Wiederriss, die ich noch neu flechten muss.
Ich nehme eine Kardätsche und bürste sein Fell, bis es seidig schimmert. Genügsam kratze ich die Hufe aus und mache sie ordentlich sauber. Ich taste vorsichtig seine schlanken, edlen Beine ab. Aber alles ist in Ordnung. Nichts ist heiß, dick oder aufgerissen. Ich lege ihm seine Gamaschen um. Den Krach draußen habe ich komplett ausgeblendet. Night ebenfalls. Er döst ein wenig und schont ein Hinterbein. Seine Unterlippe hängt herab. Ich pfeife eine leise Melodie und der Hengst spitzt seine Ohren. Er lauscht mir. Als ich fertig bin, hole ich seinen Sattel. So teuer, dass ich ihn mir nicht leisten könnte. Ich sattele ihn ordentlich auf und klopfe etwas Dreck aus der weißen Schabracke. Das Logo des Hofes springt direkt in mein Auge.
„Lisanne!“, ich fahre hoch und drehe mich auf der Ferse um.
„Wie oft muss ich dich bitte rufen?“, Carola steht vor mir. Die versnobte, eingebildete, eitle, hochmütige … Tochter des Hofbesitzers. Sie ist 17. Drei Jahre jünger als ich. Ich gebe ihr mehrmals die Woche Reitstunden, aber sie benimmt sich trotzdem so, als wäre ich Aschenputtel. Ihre Dienerin.
„Tut mir leid“, erwidere ich bemüht freundlich, „Was gibt's?“
Sie schnaubt, als wäre sie mit meiner Entschuldigung nicht zufrieden.
Blöde Kuh, denke ich und mache gute Miene zum bösen Spiel.
„Wann kümmerst du dich um LaVie“, will sie wissen. Sie trägt ein perfekt gebügeltes Springoutfit und starrt mich düster an.
Ich seufze innerlich.
„Ich muss nur kurz Night fertig machen und dann kann Adrien ihn übernehmen“, antworte ich und fische in meiner Tasche nach Mähnengummis.
„Sollte Adrien nicht sowieso Night machen und mit ihm starten?“, keift sie und erinnert mich an eine Bache.
„Er ist ...“, beginne ich.
Mit einem Mädchen in der Sattelkammer? Futterkammer? Trainingsraum?
Bei Turnieren hat er meist andere Interessen als das Reiten. So viele Mädchen wie möglich rumkriegen. Und dabei habe ich ihn oft genug – unfreiwillig! – erwischt. Eigentlich schon an jedem möglichen Ort. Auch in fremden Ställen. Mir wäre so was unglaublich peinlich, aber er lacht darüber. Selbst, wenn er die Mädels bei jedem Turnier trifft. Viele von ihnen verschwinden dann auch ein zweites Mal mit ihm. Verliebte Puten! Dabei kann man von einem Kerl wie Adrien nicht mal ein vernünftiges Wort erwarten.
„... noch auf dem Klo“, beende ich den Satz und ernte ein Nasenrümpfen.
„Dann beeil dich, Lisanne!“, meckert sie.
Dabei startet sie mit LaVie erst sehr spät, während Night relativ am Anfang springt. Seelenruhig vergleiche ich die Farbe meines Haargummis mit denen, die sich bereits in der Mähne befinden. Es ist eindeutig gelblicher.
„Pass bitte mal auf Night auf“, sage ich langsam und nett, als würde ich einem Kleinkind erklären, dass Bauklötze nicht den Mund gehören.
Ehe sie widersprechen kann, laufe ich schnellen Schrittes in Richtung Sattelkammer und mache mich auf den Anblick eines knutschenden Adrien gefasst. Schwungvoll und so laut wie möglich öffne ich die Tür, doch der Raum liegt – Gott sei dank – leer vor mir. Der Geruch des Leders und Sattelfettes dringt in meine Nase und fließt durch meinen Körper. Ich hole schnell die Gummis von gestern und mache mich auf dem Rückweg. Mit einem kleinen Umweg an der Futterkammer vorbei. Ich klopfe laut gegen die Tür und vernehme im Inneren ein leises Fluchen.
Futterkammer? Echt? Igitt!
Night döst noch immer und Fräulein-von-und-zu ist nicht mehr zu entdecken. Ich flechte seine Mähne wieder sauber ein und Trense dann auf. Er wirkt etwas schwerfällig und müde. Hoffentlich legt sich das gleich wieder. Spätestens, wenn er das erste Hindernis sieht und den überschwänglichen Applaus hört, ist er normalerweise hin und weg. Ein wahrer Springteufel!
Kaum bin ich fertig, steht Adrien leicht keuchend neben mir und nimmt mir mit einem Augenzwinkern die Zügel ab. Sauer starre ich hinter ihm her, als er den Stall verlässt.
Ein Danke wäre auch ganz angebracht, Mister!
„Du hast dein Jackett falsch geknöpft!“, rufe ich absichtlich laut hinter ihn her und er schenkt mir einen Mittelfinger.
Arsch.
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Do Mai 14, 2015 10:32 pm

Gefällt mir seeeehr gut Floh Smile
...und erinnert mich daran, dass ich an meiner Geschichte weiter schreiben sollte >.<
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   Do Mai 14, 2015 11:14 pm

Danke, Milka Razz

Ich bin manchmal auch nicht motiviert zum Schreiben Smile Mach gute Musik an Very Happy
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BeitragThema: Re: Flohs Geschichtenkiste - 0815 Pferdemist   

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